Vereinsgeschichte

Wem macht es keine Freunde, Mitglied eines großen, stolzen Vereins zu sein? Eines Vereins, dessen Name im gleichen Atemzug genannt wird in dem man von unserer Heimatstadt Bergkamen spricht. Das klingt zwar etwas überheblich, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass es nur ganz wenige Vereine gibt, die mit der Geschichte Bergkamens so eng verbunden sind wie gerade unsere Gesellschaft. Aus einem Trümmerhaufen namens Bergkamen, den der zweite Weltkrig hinterließ, wuchs, wenn auch sehr langsam und beschwerlich, unsere Stadt Bergkamen und mit ihr unsere Gesellschaft.

Wenn die Niederschrift der Gründungsversammlung den 19.12.1955 als Gründungstag ausweist, so liegt die Geburtsstunde der Idee hierzu sehr viel weiter zurück. An Ruinen vorbei ging man dorthin, wo es noch einigermaßen gemütlich war, und gab sich bei Dünnbier und gefärbtem Selterswasser karnevalistisch. Zunächst einmal nur, um den Jammer, die Sorgen, vielleicht auch manchmal nur den Hunger zu vergessen. Hier ward die Idee geboren, auch andere an der Freude teilhaben zu lassen. Wenn auch die meisten der Sache verständnislos gegenüberstanden, wurde es bald eine schöne Regelmäßigkeit.

Auch die Mitglieder des Labors der „Chemischen Werke“ ließen sich trotz Anfeindungen nicht beirren und feierten Karneval, zunächst einmal auf betrieblicher Basis.

Schließlich war es dann soweit: Am 19.12.1955 trafen sich in der Gaststätte Elsner die Herren Senula, Ostermann, Bödde, Müller, Rediger, Markx, Sauerland, Kniebeler, Gödde und Bartels und gründeten nach kurzer Aussprache eine Gesellschaft zur Pflege heimatlichen Fastnachtsbrauchtums.

Schnell war ein provisorischer Vorstand gewählt, der wie folgt lautete:

1. Vorsitzender: Adolf Bartels

1. Schriftführer: Franz Kniebeler

1. Kassenwart: Alois Senula.

Es zeugt von echtem karnevalistischem Geist, dass diese Mannen gleich den Entschluss fassten, schon am 13.02.1956 einen Rosenmontagszug in Bergkamen zu starten.

Der Angelsportverein, der MSG Bergkamen- Heil, der Gebrauchshundeverein und der Schützenverein Bergkamen, alle machten mit, damit war das Eis gebrochen.

Die Mitgliederzahl wuchs zusehends, es wurde Zeit der Gesellschaft einen Namen zu geben und deren Vereinsfarben festzulegen.

Am 11.08.1956 einigte man sich, dass der Verein fortan den Namen „Karnevalsgesellschaft Blau- Weiss“ tragen soll. Auch die ersten Büttenredner, sowie ein kompletter Elferrat waren zur Stelle. Nun lief alles so, wie es laufen musste, andere kamen weil die Ehemaligen gingen, also lief alles unermüdlich, zielbewusst und bestimmt. Alle haben ihren Teil beigetragen und taten, was in ihren Kräften stand, in guten wie in schlechten Zeiten – bis zum heutigen Tag. Nur so konnte der Verein zu dem werden, was er heute ist, nämlich ein Verein mit über 80 Mitgliedern, davon ca. 40 Passiven, und eine Jugendgruppe mit über 40 Aktiven, die in 4 Tanzgruppen, je nach Alter, aufgegliedert sind.

Neben den Tanzgarden verfügt der Verein über ein Solomariechen, ein Tanzpaar und über ein hervorragendes Damenballett, das bei keiner karnevalistischen Veranstaltung fehlen darf.

Prinzenpaare wurden schon immer seit dem Bestehen des Vereins proklamiert, aber seit 1966, da Bergkamen eine Stadt geworden ist, wurde die Zusammenarbeit mit dieser besser und man kam überein, in Zukunft ein Stadtprinzenpaar zu proklamieren, dem Bürgermeister vorzustellen und bei dem am Altweiberfastnacht stattfindenden Rathaussturm des Rathaus obligatorisch den Karnevalisten, an ihrer Spitze dem Stadtprinzenpaar zu übergeben.

Auf vielen Veranstaltungen präsentiert sich die „KG Blau- Weiss“ nicht nur im Raum Bergkamen, sondern auch in weitem Umkreis. Zum Beispiel pflegt unser Verein seit 1973 enge Kontakte mit dem Karnevalsverein „De Kayschijters“ aus Waalwijk (Niederlande) sowie einem Karnevalsverein aus Belgien, die „Tanzmariechen von Westerloh“.

Wir waren bei der Proklamation des Stadtprinzenpaares von Essen dabei; und das größte Erlebnis für einen Karnevalsverein war wohl 1980 die Vorstellung der „KG Blau- Weiss“ Bergkamenauf der Bühne von Gürzenich in der Karnevalshochburg Köln.

Am 16.11.1990 haben wir unseren langjährigen 1. Vorsitzenden und Präsidenten, Hans Günter Neff, zum Ehrenpräsidenten ernannt.

 

1955 – 2010

5x 11 Jahre 1. KG „Blau- Weiss“ Bergkamen

Diese Chronik soll ein kurzer Überblick auf 55 Jahre Vereinsgeschichte senin, sie soll alte Erinnerungen wachrufen, bei denen, die bereits seit Jahrzehnten dabei sind, sie sol aber auch für die vielen neuen Mitglieder und Freunde der 1. KG „Blau- Weiss“ Bergkamen ein Hinweis auf die Tradition und die von den Mitgliedern geleistete Arbeit sein.

 

  • 1955 – Gründung einer Gesellschaft zur Pflege heimatlichen Fastnachtsbrauchtums in der Gaststätte Haus Elsner mit dem 1. Vorsitzenden Adolf Bartels
  • 1956 – Erster Rosenmontagsumzug in Bergkamen
  •  1966 – Erste Proklamation eines Stadtprinzenpaares und Rathaussturm an Altweiberfastnacht
  • 1973 –  Aufbau der engen Freundschaft mit den „De Kayschijters“ aus Waalwijk (Niederlande), sowie dem Karnevalsverein aus Belgien, die „Tanzmariechen von Westerloh“
  • 1980 – Vorstellung der 1. KG „Blau- Weiss“ Bergkamen auf der Bühne des Gürzenich in der  Karnevalshochburg Köln
  •  25jähriges Bestehen der Mundartgruppe „de Höhner“ unter der Schirmherrschaft von Mildred Scheel
  • 1990 – Ernennung des langjährigen 1. Vorsitzenden und Präsidenten Hans Günter Neff zum Ehrenpräsidenten
  • 1995 – 40jähriges Jubiläum der 1. KG „Blau- Weiss“ Bergkamen
  • 2010 – 55järiges Jubiläum der 1. KG „Blau- Weiss“ Bergkamen

Mit der tatkräftigen Unterstützung von über 80 Mitgliedern, die in einer Minigarde, einer Kinderprinzengarde, einer Jugendgarde, einer großen Prinzengarde, den Lippeelfen, einem Solomariechen und einem Tanzpaar aufgegliedert sind, und natürlich den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, konnte der Verein zahlreiche Veranstaltungen mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm füllen. Mit Dankbarkeit und Stolz dürfen wir bis zum heutigen Tag auf eine erfolgreiche Vereinsgeschichte zurückblicken. Es ist uns ein besonderes Anliegen, all jenen zu danken, die in der Vergangenheit an den Schalthebeln gesessen haben und das Vereinsschiff mit Weitblick und Optimismus um alle Klippen steuerten.